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Therapieplatz über eine Ausbildungsambulanz bekommen

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In einer Ausbildungsambulanz bekommen Sie eine Psychotherapie auf Kosten der Krankenkasse, oft schneller als in einer Praxis. Sie melden sich direkt bei der Ambulanz an, eine Überweisung brauchen Sie nicht. Behandelt werden Sie von angehenden Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die nach jeder vierten Stunde eine erfahrene Fachkraft begleitet. Hochschulambulanzen an Universitäten arbeiten ähnlich.

Begleitung durch erfahrene Fachleute
1 Stunde je 4 Behandlungsstunden
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten, § 4 Absatz 1, Stand 22. September 2026
Behandlungsstunden in der Ausbildung
mindestens 600
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten, § 4 Absatz 1, Stand 22. September 2026
Ausbildung nach altem Recht endet
spätestens 1. September 2032
§ 27 Psychotherapeutengesetz, Stand 22. September 2026
Der Eingang eines modernen Hochschulgebäudes an einem sonnigen Tag mit Fahrrädern davor.
Hochschul- und Ausbildungsambulanzen behandeln auf Kassenkosten, oft mit kürzerer Wartezeit. Bild: KI generiert.

Wer Sie in einer Ausbildungsambulanz behandelt

Eine Ausbildungsambulanz gehört zu einem staatlich anerkannten Institut, an dem Psychologinnen und Psychologen zu Psychotherapeuten ausgebildet werden. Dort behandeln die angehenden Psychotherapeuten Kassenpatienten, während sie ihre praktische Ausbildung machen. Der Zulassungsausschuss erlaubt der Ambulanz das, wenn erfahrene, zugelassene Fachleute die Verantwortung tragen.

Wer Sie dort behandelt, hat ein abgeschlossenes Studium in Psychologie oder einem ähnlichen Fach, aber noch keine Approbation. Approbation heißt staatliche Zulassung als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut. In der praktischen Ausbildung sind mindestens 600 Behandlungsstunden vorgeschrieben, dazu mindestens 150 Stunden Besprechung mit erfahrenen Fachleuten. Diese Begleitung heißt Supervision. Im Schnitt kommt also auf vier Behandlungsstunden eine Stunde Supervision, auch wenn Sie die Supervisorin nie im Raum sehen.

Diese Form der Ausbildung läuft aus. Wer sie vor dem 1. September 2020 begonnen hat, darf sie noch bis zum 1. September 2032 abschließen, in Härtefällen mit Erlaubnis der Behörde bis zum 31. August 2035. So lange gibt es auch die Ausbildungsambulanzen nach altem Recht.

Was eine Hochschulambulanz anders macht

Eine Hochschulambulanz gehört zu einer Uniklinik oder einem Institut einer Universität. Dort arbeiten auch Studierende und angehende Psychotherapeuten praktisch mit. Die Ambulanz darf aus zwei Gründen behandeln: für Forschung und Lehre und für Menschen, deren Erkrankung so schwer oder verwickelt ist, dass sie die Uniklinik brauchen.

Im Rahmen von Forschung und Lehre melden Sie sich direkt an, ohne Überweisung. Für besonders schwere oder verwickelte Erkrankungen verlangt das Gesetz meist eine Überweisung einer Fachärztin. Dieselbe Erlaubnis haben Ambulanzen an den Universitätsinstituten, an denen seit 2020 der neue Studiengang Psychotherapie läuft.

Ein Beispiel ist die Psychotherapeutische Hochschulambulanz der Uniklinik RWTH Aachen. Sie behandelt Erwachsene und hat eine eigene Ambulanz für Kinder und Jugendliche. Ob in einer Hochschulambulanz vor allem approbierte Fachleute oder auch Studierende unter Begleitung behandeln, ist von Ort zu Ort verschieden. Fragen Sie bei der Anmeldung danach, wenn es Ihnen wichtig ist.

Ausbildungsambulanz, Hochschulambulanz und Praxis mit Kassenzulassung im Vergleich.
FrageAusbildungsambulanzHochschulambulanzPraxis mit Kassenzulassung
Wer behandelt?angehende Psychotherapeuten unter Begleitungje nach Ort approbierte Fachleute oder Studierende unter Begleitungapprobierte Psychotherapeuten
Überweisung nötig?neinnein bei Forschung und Lehre, bei schweren Fällen meist janein
Was kostet es Sie?nichts, die Kasse zahltnichts, die Kasse zahltnichts, die Kasse zahlt
BesonderheitErlaubnis nur, wenn Patienten den Platz brauchennur in Universitätsstädtenüberall, aber oft lange Wartezeit

In fünf Schritten zum Platz in einer Ausbildungsambulanz

Der Weg in eine Ausbildungs- oder Hochschulambulanz läuft nicht über die Terminservicestelle. Sie melden sich direkt.

  1. Suchen Sie über die Suche Ihrer Psychotherapeutenkammer oder im Internet nach Ausbildungsinstituten und Unikliniken mit Ambulanz in Ihrer Gegend.
  2. Rufen Sie dort an oder schreiben Sie über das Kontaktformular der Ambulanz.
  3. Nennen Sie Ihre Krankenkasse und fragen Sie nach dem nächsten freien Termin für eine Sprechstunde oder Probestunden.
  4. Fragen Sie, welche Therapieform die Ambulanz anbietet und ob Sie eine Überweisung brauchen.
  5. Bringen Sie Ihre Versichertenkarte zum ersten Termin mit. Die Ambulanz rechnet wie jede Praxis direkt mit Ihrer Krankenkasse ab.

Ausbildungs- und Hochschulambulanzen suchen Patientinnen und Patienten für die Ausbildung und die Lehre. Deshalb vergeben sie Termine oft schneller als eine volle Praxis. Eine Statistik, die beide Wege vergleicht, gibt es aber nicht. Die kürzere Wartezeit ist eine häufige Erfahrung, keine Zusage.

Wie Sie auch über Praxen mit Kassenzulassung und die Terminservicestelle einen Platz finden, steht im Ratgeber Psychotherapieplatz finden.

Wann eine psychiatrische Institutsambulanz besser passt

Eine Ausbildungs- oder Hochschulambulanz ist richtig, wenn Sie eine normale Psychotherapie in einem der vier Verfahren suchen, die die Kasse bezahlt. Eine psychiatrische Institutsambulanz ist für Menschen da, die wegen der Art, Schwere oder Dauer ihrer Erkrankung oder wegen eines weiten Wegs auf ein psychiatrisches Krankenhaus angewiesen sind.

Beide werden oft verwechselt, weil beide zu einer Klinik oder einem Institut gehören. Der Unterschied liegt im Zugang. Die Ausbildungsambulanz arbeitet wie eine Praxis, die psychiatrische Institutsambulanz ist für schwerere Erkrankungen da.

Welche Ambulanz passt zu Ihnen?

Suchen Sie eine normale Psychotherapie ohne akute Krise?

Ja

Gibt es in Ihrer Nähe ein Ausbildungsinstitut oder eine Uniklinik mit Ambulanz?

Ja

Melden Sie sich dort direkt für eine Sprechstunde an.

Nein

Suchen Sie über die Terminservicestelle 116117 oder die Suche Ihrer Psychotherapeutenkammer.

Nein

Dann passt eher eine psychiatrische Institutsambulanz, weil sie für schwerere Erkrankungen da ist.

Weiterbildungsambulanz und Ausbildungsambulanz im Vergleich

Seit der Reform der Ausbildung 2020 gibt es eine zweite Form, die Weiterbildungsambulanz. Dort behandeln Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die schon approbiert sind. Sie machen eine bezahlte Weiterbildung in einem Verfahren der Kasse, meist mit einer festen Stelle in einer Klinik, Praxis oder Ambulanz.

Für Sie als Patientin oder Patient ist der Unterschied im Alltag klein. In beiden Fällen zahlen Sie nichts, und in beiden Fällen begleitet eine erfahrene Fachkraft die Behandlung. Der Unterschied liegt in der Ausbildung der Therapeutin: In der Weiterbildung ist sie schon approbiert, in der Ausbildung noch nicht. Die Weiterbildungsambulanz ist der Weg nach neuem Recht.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Ausbildungsambulanz und einer Hochschulambulanz?

Eine Ausbildungsambulanz gehört zu einem Ausbildungsinstitut, dort behandeln angehende Psychotherapeuten unter Begleitung. Eine Hochschulambulanz gehört zu einer Universität und dient auch Forschung und Lehre. Beide rechnen wie eine Praxis mit Ihrer Krankenkasse ab.

Kostet eine Behandlung in einer Ausbildungsambulanz etwas?

Nein, eine Behandlung in einer Ausbildungs- oder Hochschulambulanz kostet gesetzlich Versicherte nichts. Beide rechnen direkt mit Ihrer Krankenkasse ab, wie eine Praxis mit Kassenzulassung.

Brauche ich eine Überweisung für eine Ausbildungsambulanz?

Nein, für eine Ausbildungsambulanz brauchen Sie keine Überweisung. Bei einer Hochschulambulanz gilt das für Forschung und Lehre ebenso. Nur für besonders schwere oder verwickelte Erkrankungen verlangt das Gesetz meist eine Überweisung einer Fachärztin.

Wie finde ich eine Ausbildungsambulanz für Psychotherapie in meiner Nähe?

Eine Ausbildungsambulanz finden Sie über die Suche Ihrer Psychotherapeutenkammer, über die Website eines Ausbildungsinstituts in Ihrer Gegend oder mit einer Internetsuche nach Ausbildungsambulanz und Ihrem Wohnort. Die Terminservicestelle vermittelt diesen Weg nicht.

Werde ich in einer Ausbildungsambulanz schlechter behandelt?

Nein, in einer Ausbildungsambulanz werden Sie nicht schlechter behandelt. Die Ausbildung schreibt eine enge Begleitung vor, im Schnitt eine Stunde Supervision je vier Behandlungsstunden. Erfahrene Fachleute tragen die Verantwortung.

Was passiert, wenn meine Therapeutin in der Ausbildungsambulanz ihre Ausbildung abschließt?

Schließt Ihre Therapeutin die Ausbildung ab, endet meist auch die Behandlung bei ihr in dieser Form. Die Ausbildungsambulanz plant den Wechsel zu einer Nachfolgerin in der Regel mit. Sprechen Sie das früh an, wenn Ihre Therapie länger dauern soll.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Paragraf 117 SGB V, Hochschulambulanzen, Bundesministerium der Justiz,
  2. Paragraf 118 SGB V, Psychiatrische Institutsambulanzen, Bundesministerium der Justiz,
  3. Psychotherapeutengesetz (PsychThG), Paragraf 28 (Weitergelten der staatlichen Anerkennung von Ausbildungsstätten), Bundesministerium der Justiz,
  4. Psychotherapeutengesetz (PsychThG), Paragraf 27 (Übergangsregelung für die Ausbildung nach altem Recht, Frist 1. September 2032), Bundesministerium der Justiz,
  5. Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten (PsychTh-APrV), Paragraf 4 (Praktische Ausbildung), freiRecht.de, Volltextspiegel der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung,
  6. Bundessozialgericht, Urteil vom 11. Dezember 2024, B 6 KA 3/23 R (Bedarfsprüfung bei der Ermächtigung von Ausbildungsambulanzen), Bundessozialgericht,
  7. Psychotherapeutische Hochschulambulanz (PHA), Uniklinik RWTH Aachen, Uniklinik RWTH Aachen,
  8. 116117: Arzt- und Psychotherapeutensuche mit Terminservicestelle, Kassenärztliche Bundesvereinigung,

Einsatz von KI

Eine KI hat die wiederkehrenden Sätze auf den Seiten formuliert, die Ratgeber und das Glossar mitgeschrieben, Quellen gesucht und die Bilder erzeugt. Die Texte werden vor der Veröffentlichung gelesen. Name, Adresse und Kontaktdaten der Praxen stammen dagegen unverändert aus OpenStreetMap. Sie verarbeitet ein festes Programm und keine KI.

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Stand dieser Angaben: 3. Oktober 2026.