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Psychotherapieplatz finden in drei Schritten

Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am

Einen Psychotherapieplatz finden Sie in drei Schritten. Sie rufen eine Praxis mit Kassenzulassung an und vereinbaren eine Sprechstunde, eine Überweisung brauchen Sie nicht. Klappt das nicht, vermittelt die Terminservicestelle unter 116117 einen Termin innerhalb von 4 Wochen, für eine Akutbehandlung innerhalb von 2 Wochen. Bis zur eigentlichen Therapie vergehen im Schnitt rund 142 Tage.

Wartezeit auf eine Akutbehandlung
höchstens 2 Wochen
§ 75 Absatz 1a SGB V, Stand 20. September 2026
Wartezeit auf einen vermittelten Termin
höchstens 4 Wochen
§ 75 Absatz 1a SGB V, Stand 20. September 2026
Ein Mensch von hinten am Küchentisch, der telefoniert, vor sich ein Notizbuch und eine Tasse Tee.
Wer mehrere Praxen anruft und die Terminservicestelle nutzt, findet oft schneller einen Platz. Bild: KI generiert.

Jede Psychotherapie beginnt mit der Sprechstunde

Die psychotherapeutische Sprechstunde ist das erste Gespräch in einer Praxis mit Kassenzulassung, und sie ist Pflicht. Ohne sie gibt es keine Probestunden, keine Akutbehandlung und keine Therapie. In der Sprechstunde klärt die Therapeutin, ob Sie eine behandlungsbedürftige Erkrankung haben und welche Hilfe passt.

Eine Überweisung brauchen Sie dafür nicht. Sie rufen direkt in einer Praxis an oder wenden sich an die Terminservicestelle.

Für Erwachsene umfasst die Sprechstunde bis zu sechs Termine von mindestens 25 Minuten, zusammen bis zu 150 Minuten. Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit einer geistigen Behinderung haben bis zu zehn Termine, zusammen bis zu 250 Minuten. Bei ihnen dürfen bis zu 100 Minuten davon auch mit Eltern oder anderen Bezugspersonen allein stattfinden.

So viel Sprechstunde steht Ihnen zu.
Für wenTermineZusammenBesonderheit
Erwachsenebis zu 6, je mindestens 25 Minutenbis zu 150 Minutenvor jeder weiteren Behandlung mindestens 50 Minuten Sprechstunde
Kinder und Jugendlichebis zu 10, je mindestens 25 Minutenbis zu 250 Minutenbis zu 100 Minuten auch mit Bezugspersonen ohne das Kind
Menschen mit geistiger Behinderungbis zu 10, je mindestens 25 Minutenbis zu 250 MinutenBezugspersonen können einbezogen werden

Am Ende der Sprechstunde bekommen Sie zwei Blätter. Das Blatt PTV 10 erklärt die Psychotherapie allgemein. Das Formular PTV 11 enthält Ihr Ergebnis: die Diagnose oder den Verdacht in verständlichen Worten, die Empfehlung für das weitere Vorgehen und ob Sie bald eine Behandlung brauchen. Heben Sie beide gut auf, denn mit dem PTV 11 hilft Ihnen die Terminservicestelle weiter.

So finden Sie eine Praxis mit freien Terminen

Praxen mit Kassenzulassung müssen zu festen Zeiten telefonisch erreichbar sein. Bei einem vollen Kassensitz sind das 200 Minuten pro Woche, bei einem halben 100 Minuten. Diese Zeiten stehen meist auf der Website der Praxis oder in der Arztsuche.

Für die Sprechstunde hält eine Praxis mit vollem Sitz in der Regel mindestens 100 Minuten pro Woche frei, mit halbem Sitz mindestens 50 Minuten. Wer die Telefonzeiten kennt, ruft zur richtigen Zeit an und nicht auf gut Glück.

Vier Wege, eine Praxis zu suchen

Vier offizielle Suchen und was jede zeigt.
SucheWer sie anbietetWas Sie dort findenWas sie nicht zeigt
arztsuche.116117.deKassenärztliche BundesvereinigungPraxen mit Kassenzulassung mit Fachgebiet, Adresse und Sprechzeitenkeine reinen Privatpraxen
Arztsuche Ihrer Kassenärztlichen VereinigungKassenärztliche Vereinigung Ihres Bundeslandesdieselben Praxen, oft mit Verfahren und Altersgruppennur Ihr Bundesland
Suche der PsychotherapeutenkammerPsychotherapeutenkammer Ihres Bundeslandesalle Mitglieder, auch Privatpraxen, mit Verfahrenob eine Praxis mit der Kasse abrechnet
Terminservicestelle 116117Kassenärztliche Vereinigungeinen vermittelten Termin statt einer Adresslistekeinen Wunschtermin bei einer bestimmten Praxis

Das legen Sie vor dem ersten Anruf bereit

  • Ihre Versichertennummer und den Namen Ihrer Krankenkasse.
  • Eine Liste, in die Sie Datum, Praxis und Antwort eintragen. Sie brauchen sie später, falls es auf eine Kostenerstattung hinausläuft.
  • Zwei oder drei Zeiten, zu denen Sie regelmäßig können. Wer flexibel ist, bekommt schneller einen Termin.
  • Die Frage, ob die Praxis eine offene Sprechstunde hat oder Termine vergibt. Beides ist erlaubt.
  • Das Formular PTV 11, wenn Sie schon in einer Sprechstunde waren. Mit dem Code darauf geht es bei der Terminservicestelle schneller.

Was die Terminservicestelle unter 116117 für Sie tun muss

Die Terminservicestelle ist keine Auskunft, sondern sie vermittelt Termine, und dafür gelten Fristen im Gesetz. Sie ist rund um die Uhr an jedem Tag der Woche unter 116117 erreichbar.

Zwei Fristen sind wichtig. Die Stelle muss Ihnen innerhalb einer Woche einen Termin vermitteln, und dieser Termin darf höchstens vier Wochen entfernt liegen. Für eine Akutbehandlung, also schnelle Hilfe in einer schweren Phase, gilt eine kürzere Grenze von zwei Wochen.

  1. Rufen Sie 116117 an oder buchen Sie online auf 116117.de. Halten Sie Ihre Versichertennummer bereit und, wenn Sie ihn haben, den Code vom PTV 11.
  2. Sagen Sie, was Sie brauchen: eine Sprechstunde, eine Probestunde oder eine Akutbehandlung. Für jedes gilt eine andere Frist.
  3. Lassen Sie sich den Termin mit Datum, Praxis und Adresse bestätigen und notieren Sie, wann Sie angerufen haben.
  4. Sagen Sie früh ab, wenn Sie nicht können. Sonst geht die Stunde einem anderen Menschen verloren.
  5. Melden Sie sich wieder, wenn innerhalb der Frist kein Termin zustande kommt. Findet die Stelle keine Praxis, muss sie Ihnen einen ambulanten Termin in einem Krankenhaus anbieten.

Warum die Wartezeit auf eine Psychotherapie so verschieden ist

Wie viele Kassensitze es an einem Ort gibt, richtet sich nicht nach dem Bedarf der Menschen dort, sondern nach einer festen Rechengröße. Der Gemeinsame Bundesausschuss teilt Deutschland in sechs Arten von Regionen ein und legt für jede fest, wie viele Einwohner auf einen Sitz kommen sollen.

Am wenigsten Einwohner je Sitz sind es in großen Kernstädten mit 3.155, am meisten in stark mitversorgten Landkreisen mit 6.354. Dazwischen liegen 5.182 Einwohner in Gebieten mit mehreren Zentren, 5.287 in Gebieten, die versorgt werden und selbst versorgen, 5.722 in Gebieten, die sich selbst versorgen, und 6.044 in mitversorgten Gebieten.

Einwohner je Sitz einer Psychotherapiepraxis nach Art der Region, Stand Februar 2026.
Art der RegionEinwohner je Sitz
große Kernstadt, die das Umland mitversorgt3.155
versorgt und wird versorgt5.287
stark vom Umland mitversorgt6.354
vom Umland mitversorgt6.044
versorgt sich selbst5.722
Gebiet mit mehreren Zentren5.182

Das spüren Sie im Alltag. In einer großen Stadt kommt rechnerisch auf gut 3.100 Einwohner ein Sitz, in einem ländlichen Kreis auf über 6.300. Die Planung geht davon aus, dass Menschen vom Land in die Stadt fahren. Wer das nicht kann, wartet länger.

Liegt ein Gebiet mehr als 10 Prozent über seiner Rechengröße, gilt es als überversorgt und wird für neue Kassensitze gesperrt. Auch dann kann ein Ausschuss einen zusätzlichen Sitz vergeben, wenn die Versorgung sonst nicht zumutbar erreichbar ist.

Die verlässlichste Zahl zur echten Wartezeit stammt aus Abrechnungsdaten. Die Bundespsychotherapeutenkammer hat die Daten von rund 300.000 Versicherten ausgewertet, die Anfang 2019 ein Erstgespräch hatten. Bis zum Beginn der Therapie vergingen im Schnitt 142,4 Tage. 18,6 Prozent begannen noch im selben Vierteljahr, 10,6 Prozent erst rund ein Jahr später. Eine neuere Auswertung dieser Art gibt es nicht.

Was Sie in der Wartezeit tun können

Die Wartezeit auf einen Therapieplatz müssen Sie nicht untätig verbringen. Es gibt mehrere Wege, die schneller offen sind und sich nicht gegenseitig ausschließen.

Fünf Wege neben der Praxis mit Kassenzulassung
  1. Akutbehandlung, Wartezeit höchstens 2 Wochen

    Bis zu 24 Termine zu 25 Minuten. Die Praxis meldet sie der Kasse nur, ein Antrag ist nicht nötig.

  2. Gruppen-Einstieg

    Vier Termine zu je 100 Minuten in einer Gruppe, ohne Antrag. Sie bereiten auf eine Gruppentherapie vor und ersetzen die Probestunden nicht.

  3. Psychiatrische Institutsambulanz

    Eine Ambulanz am Krankenhaus für Menschen, die wegen der Art, Schwere oder Dauer ihrer Erkrankung dort behandelt werden müssen.

  4. Hochschulambulanz

    Ambulanzen an Universitäten. In Universitätsstädten sind sie oft schneller erreichbar als eine Praxis.

  5. App auf Rezept

    Eine geprüfte Gesundheits-App aus dem Verzeichnis der Bundesbehörde, verschrieben von Ihrer Ärztin oder Psychotherapeutin. Eine Zuzahlung gibt es nicht.

Mehr zu den Ambulanzen an Hochschulen und Ausbildungsinstituten steht im Ratgeber Therapieplatz über eine Ausbildungsambulanz. Reicht eine Behandlung in der Praxis nicht aus, kommt auch eine Reha infrage. Wer sie bezahlt, hängt davon ab, ob es um Ihre Arbeitsfähigkeit geht.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Überweisung für eine Psychotherapie?

Nein, für eine Psychotherapie brauchen Sie keine Überweisung. Das gilt für die Sprechstunde und für die Behandlung danach. Sie rufen direkt in einer Praxis an oder lassen sich von der Terminservicestelle unter 116117 einen Termin vermitteln.

Wie schnell muss die Terminservicestelle einen Termin für eine Psychotherapie vermitteln?

Die Terminservicestelle muss innerhalb einer Woche einen Termin vermitteln, und der Termin darf höchstens vier Wochen entfernt liegen. Für eine Akutbehandlung darf die Wartezeit höchstens zwei Wochen betragen. Beides steht im Gesetz.

Wie lange wartet man im Durchschnitt auf einen Psychotherapieplatz?

Auf einen Psychotherapieplatz wartet man im Schnitt 142 Tage, vom Erstgespräch bis zum Beginn der Therapie. Das zeigt eine Auswertung der Bundespsychotherapeutenkammer mit Daten aus dem Jahr 2019. Knapp ein Fünftel begann noch im selben Vierteljahr, rund jeder Zehnte erst nach etwa einem Jahr.

Was ist eine psychotherapeutische Akutbehandlung, und wie bekomme ich sie?

Eine Akutbehandlung ist schnelle Hilfe nach der Sprechstunde, wenn es Ihnen sehr schlecht geht. Sie umfasst bis zu 24 Termine zu 25 Minuten. Die Praxis meldet sie der Kasse nur, ein Antrag ist nicht nötig. Über die Terminservicestelle warten Sie höchstens zwei Wochen.

Warum gibt es auf dem Land weniger Psychotherapeuten als in der Stadt?

Auf dem Land gibt es weniger Psychotherapeuten, weil die Planung der Kassensitze das so vorsieht. In großen Kernstädten ist ein Sitz je 3.155 Einwohner vorgesehen, in stark mitversorgten Landkreisen je 6.354. Die Planung geht davon aus, dass Menschen vom Land in die Stadt fahren.

Was kann ich tun, während ich auf einen Psychotherapieplatz warte?

In der Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz stehen mehrere Wege offen: die Akutbehandlung mit höchstens zwei Wochen Wartezeit, ein Gruppen-Einstieg ohne Antrag, die psychiatrische Institutsambulanz, Hochschulambulanzen und Gesundheits-Apps auf Rezept. Sie schließen sich nicht gegenseitig aus.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. § 75 SGB V, Inhalt und Umfang der Sicherstellung, Absatz 1a zu den Terminservicestellen, Bundesministerium der Justiz,
  2. Richtlinie über die Durchführung der Psychotherapie, Fassung vom 19. März 2026, in Kraft seit 17. Juni 2026, Gemeinsamer Bundesausschuss,
  3. Bedarfsplanungs-Richtlinie, Fassung vom 19. Februar 2026, in Kraft seit 11. April 2026, Gemeinsamer Bundesausschuss,
  4. Psychisch Kranke warten 142 Tage auf eine psychotherapeutische Behandlung, Bundespsychotherapeutenkammer,
  5. Formulare in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung, Ausfüllhilfen zu PTV 1 bis PTV 12, Stand 1. Januar 2025, Kassenärztliche Bundesvereinigung,
  6. § 118 SGB V, Psychiatrische Institutsambulanzen, Bundesministerium der Justiz,
  7. § 117 SGB V, Hochschulambulanzen, Bundesministerium der Justiz,
  8. § 33a SGB V, Digitale Gesundheitsanwendungen, Bundesministerium der Justiz,
  9. § 15 SGB VI, Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, Bundesministerium der Justiz,
  10. Arztsuche der Kassenärztlichen Bundesvereinigung mit Terminservicestelle, Kassenärztliche Bundesvereinigung,
  11. Telefonseelsorge, kostenfreie Beratung rund um die Uhr, Telefonseelsorge Deutschland, Deutsche Bischofskonferenz und Diakonie Deutschland,

Einsatz von KI

Eine KI hat die wiederkehrenden Sätze auf den Seiten formuliert, die Ratgeber und das Glossar mitgeschrieben, Quellen gesucht und die Bilder erzeugt. Die Texte werden vor der Veröffentlichung gelesen. Name, Adresse und Kontaktdaten der Praxen stammen dagegen unverändert aus OpenStreetMap. Sie verarbeitet ein festes Programm und keine KI.

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Stand dieser Angaben: 3. Oktober 2026.